HNO-Schwindel

In der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde werden die folgenden Formen des Schwindels beobachtet:

  1. Lagerungsschwindel (BPL)
  2. Neuropathia labyrinthi
  3. Morbus Menière
  4. Akustikusneurinom

 

Zu 1. Gutartiger Lagerungsschwindel
Beim Gutartigen Lagerungsschwindel, auch als benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPL) bezeichnet, haben sich kleine Otolithenteile (=Kalkteile) gelöst und bewegen sich frei im hinteren Bogengang des Gleichgewichtsorgans. Der BPL tritt attackenartig im höheren Lebensalter, nach Schädelprellungen oder Entzündungen im Ohr auf.

 

Merke: Der Lagerungsschwindel tritt nur bei Lagerungsänderung des Kopfes auf.

 

Die Beschwerden für diesen recht häufig vorkommenden Schwindel sind geradezu richtungsweisend:Die Betroffenen berichten über einen Drehschwindel von wenigen Sekunden Dauer, besonders nachts bei Drehbewegung im Bett. In Ruhe sind die Patienten beschwerdefrei.

 

Die Behandlung des BPL ist einfach und äußerst erfolgreich. Durch die sogenannten Repositionsmanöver (=Lagerungsmanöver) werden die freien Kalkteilchen aus dem Bogengang entfernt. Eine medikamentöse Behandlung ist nicht möglich.


Zu 2. Neuropathia labyrinthi
Für die oben genannte Erkrankung wird eine Vielzahl von Begriffen verwendet, so zum Beispiel Neuritis vestibularis, Labyrinthitis, um nur einige zu nennen.
Bei dieser Krankheit wird eine infektbedingte Durchblutungsstörung des Innenohres angenommen. Ursächlich verantwortlich sind Bakterien, Viren und Pilze. Die Betroffenen klagen über einen massiven, plötzlich auftretenden Drehschwindel, der mit Übelkeit, Erbrechen und einer Fallneigung verbunden ist. Die Behandlung besteht in der Gabe von Antivertiginosa (= „schwindelbeseitigende" Arznei, z.B. Vomex Supp), ggf. der Gabe von Flüssigkeit in einer Infusion und Antibiotika. Bei einer frühzeitigen Behandlung heilt die Krankheit in der Regel folgenlos aus.

 

Zu 3. Morbus Menière
Bei der nach dem französischen Arzt benannten Krankheit kommt, es zu einem Stau der Endolymphe (= Flüssigkeit im Innenohr). Die Folge ist ein erhöhter Druck, den die Sinneszellen des Hör- und Gleichgewichtsorgans standhalten müssen. Ursächlich werden angenommen:

  • Erblichkeit?
  • Infekte?
  • Allergie?
  • Alkohol- und nikotinreiche Exzesse?

Durch die gleichzeitige Druckerhöhung im Hör- und Gleichgewichtssystem klagen die Betroffenen über einen heftigen Drehschwindel, der regelmäßig Minuten bis Stunden andauern kann, begleitet von einer Hörminderung im Tieftonbereich und einem Ohrgeräusch. Bei einem Teil der Patienten kann nach Jahren auch das andere Ohr betroffen sein.

 

Der akute Anfall wird mit Antivertiginosa und Infusionen behandelt. Für die chronische Form haben sich Betahistin und Sulpirid bewährt. Bei medikamentös nicht beherrschbaren Formen stehen Operationen zur Verfügung. Hierbei wird durch das Trommelfell das Antibiotikum Gentamicin in das Ohr eingebracht oder der Abfluss der Endolymphe durch eine Sakkotomie erleichtert. In Ausnahmefällen wird der Gleichgewichtsnerv operativ durchtrennt.

 

Zu 4. Akustikusneurinom
Beim Akustikusneurinom handelt es sich um einen gutartigen Tumor des Gleichgewichtsnerven, d.h. er bildet keine Tochtergeschwülste (=Metastasen) und wird nicht bösartig. Auch das Wachstum ist in der Regel sehr langsam. Trotz des gutartigen Verhaltens kann er über kurz oder lang durch den zunehmenden Druck auf das umliegende Gewebe zu Komplikationen führen.

Das häufigste Symptom ist eine einseitige, meist langsam und schleichend auftretende Hörminderung, auf dem betroffenen Ohr, begleitet von einem Ohrgeräuschen (=Tinnitus). Schwindel und diffuse Gleichgewichtsbeschwerden können folgen, ebenso eine Gesichtslähmung (=Facialisparese), ein anfallsartiger Schmerz im Gesicht (= Trigeminusneuralgie) und Kopfschmerzen im Hinterkopf.
Grundsätzlich stehen drei Strategien zur Auswahl: Abwarten, Operation und Bestrahlung. Ein abwartendes Verhalten ist sicher nur im Ausnahmefall sinnvoll, so z.B. bei schwerkranken Patienten oder anderen Umständen, die eine Operation oder Bestrahlung unmöglich machen. In diesem Fall müssen engmaschige MRT- Kontrollen (=Kernspintomografien) erfolgen. Die Operation ist notwendig und zu bevorzugen bei:

  • kleinen Tumoren, die schon Beschwerden verursachen (z.B. Hörverlust, Gesichtslähmungen) oder
  • größeren Tumoren, die das Kleinhirn oder den Hirnstamm bedrängen.

Mit der Bestrahlung des Akustikusneurinoms möchte man das Wachstum des Tumors hemmen. Eine völlige Beseitigung des Tumors mittels einer Bestrahlung ist nicht möglich.

Kontakt und Terminvereinbarung

Dr. Michael Henneken

Dr. Michael Sassenberg

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