Psychogener Schwindel

Viele Menschen in der modernen Industriegesellschaft leiden unter Depressionen, Angst- und Panikerkrankungen. Und gerade diese Krankheitsbilder sind häufig mit heftigem Schwindel verbunden. In der Regel handelt es sich um einen ungerichteten Schwindel.

 

Bevor die Diagnose psychogener Schwindel gestellt wird ist eine umfassende Untersuchung des Schwindels erforderlich. Sie besteht in einer

  • HNO- ärztlichen,
  • augenärztlichen,
  • internistischen,
  • neurologischen Untersuchung.

Merke: Beim psychogenen Schwindel sind die oben genannten Untersuchungen unauffällig.


Wichtig ist zu erwähnen, dass auch organische Schwindelerkrankungen (z.B. Morbus Menière) häufig einen psychogenen Begleitschwindel entwickeln.

 

Merke: Häufig löst eine organische Schwindelerkrankung einen psychogenen Schwindel aus.

 

Eine Sonderform ist der phobische Schwindel. Die Ursache für den phobischen Schwindel ist im weitesten Sinne eine Angsterkrankung. Sein Anteil an allen Schwindelerkrankungen liegt bei 40 bis 50%.

Die Patienten fürchten,

  • ständig zu stürzen,
  • einen Herzinfarkt, einen Schwächeanfall oder eine Ohnmacht zu erleiden.

Sie fühlen sich dem Schwindel hilflos ausgeliefert und sind völlig verängstigt. Aus der Angst vor dem Schwindel ziehen sie sich auf scheinbar sicheres Terrain zurück, d.h. sie halten sich in ihrer Wohnung auf und meiden freie Plätze (=Agoraphobie=Platzangst), enge Räume (z.B. Fahrstuhl) und Menschenansammlungen (z.B. Kaufhäuser, Kino).
Die Schwindelbeschwerden sind eher diffus und keinem Organsystem zuzuordnen.

 

Der Patient berichtet über:

  • eine allgemeine Benommenheit
  • Unsicherheit auf den Beinen (z.B. Schweben wie auf einer Wolke, Gehen wie auf Glatteis)
  • Gang- und Standunsicherheit
  • Schweißausbrüche
  • Herzrasen und Engegefühl in der Brust
  • Vernichtungsängste
  • Übelkeit und Erbrechen

Bei der Befragung der Betroffenen werden sich gehäuft typische Lebenssituationen wiederfinden:

  • Konflikte in der Partnerschaft
  • Konflikte im Beruf
  • gesundheitliche Schwierigkeiten
  • finanzielle Schwierigkeiten

Merke: Im wahrsten Sinne des Wortes: Auf Grund der äußeren Umstände wird es den Betroffenen „schwindelig", d.h. sie wissen nicht mehr, wo „Ihnen der Kopf steht". Sie haben das Gefühl, „den Boden unter den Füßen zu verlieren".


Das körperliche Symptom „Schwindel" ist der körperliche Ausdruck einer psychisch erlebten Krise, die der Patient sich zu Beginn nicht erklären kann.

 

Im Vordergrund der Behandlung stehen,

  • die Verhaltenstherapie (=VT)
  • die Bewegungstherapie.

In der Verhaltenstherapie erarbeiten der Therapeut und der Betroffene gemeinsam eine Analyse des Problems „Schwindel". Es wird überlegt, welche psychischen Faktoren konkret zu dem Schwindel geführt haben und mit welchen Schritten sich die auslösenden Umstände beseitigen lassen.

Schwindel neigt zur Chronifizierung und hat für die Betroffenen häufig gravierende gesundheitliche, familiäre und soziale Folgen.


Merke: Schwindel ist kein harmloses Symptom.

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Dr. Michael Henneken

Dr. Michael Sassenberg

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