Hyperakusis

Unter einer Hyperakusis wird eine Geräuschüberempfindlichkeit gegenüber den Geräuschen des täglichen Lebens verstanden. Synonym für Hyperakusis werden auch Geräuschangst, Lärmschmerz, akustische Nervosität u.ä. benutzt. Häufig lassen sich die folgenden Auffälligkeiten beobachten:

 

  • Geräusche werden als unangenehm empfunden
  • Das „empfindliche" Ohr wird durch Watte etc. verschlossen
  • Überempfindlichkeit gegen Geräusche beeinflusst das Alltagsleben
  • Einschränkung sozialer Aktivitäten
  • Unbehaglichkeitsschwelle beim Hörtest vermindert
  • Schreckreaktion bei Geräuschen unterhalb der schädigenden Lautstärken
  • Abwendung der Ohres von der Schallquelle
  • Schreckreaktion


Hyperakusis und ihre Folgen
Der Patient nimmt Geräusche des täglichen Lebens als sehr laut wahr, sehr häufig auch als schmerzhaft. Die Folgen sind:

  • Unruhe
  • Schweißausbrüche
  • Herzrasen
  • Angst
  • soziale Isolationsvermeidung
  • Veränderung des Blutdrucks
  • Zu- oder Abnahme des Herzschlages
  • Zunehmende Muskelspannung Schulter- und Nackenbereich

Die physikalische Lautstärke und das persönliche Lautheitsempfinden weichen erheblich voneinander ab.


Das Empfinden für verschiedene Lautstärken hängt stark von unserem persönlichen Erleben ab. Wenn der Fall eintreten sollte, dass jemand gar keine Lautstärken mehr als angenehm empfindet, d. h. hier beispielhaft weder Volksmusik noch Diskothek- was passiert dann? Er bleibt zu Hause! Er wird laute Orte meiden.

 

Das mag anfangs keine schlechte Handlungsmöglichkeit sein, wenn er sagt, „Na gut, ich gehe nicht zum Volksmusikkonzert und ich gehe auch nicht in die Diskothek." Aber durch die Entwöhnung des Ohres vom Lärm werden weitere Orte gemieden.

 

Tinnitus und Hyperakusis

Ganz wichtig ist die Tatsache, dass die Hyperakusis und Tinnitus häufig kombiniert bei einem Patienten vorkommen. In 70% der Fälle stört den Patienten die Hyperakusis mehr als der Tinnitus.

 

500.000 Betroffene in Deutschland
Hyperakusis häufig mit Tinnitus
Aber: Auch ohne Tinnitus
ein- oder beidseitig
Und:

Stört in 70% mehr als der Tinnitus!

 

Mit dem Tinnitus können sie sich irgendwie abfinden, aber die Tatsache, dass sie auf normale Geräusche extrem reagieren, bis hin zu Schmerzen, macht ihnen zu schaffen.

 

Erklärungsmodell „Hyperakusis"
Bei der Hyperakusis handelt es sich nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern um eine krankhafte Veränderung im Hörsystems und der gesamten akustischen Wahrnehmung. Häufig ist die Ursache der Hyperakusis nicht bekannt. Mögliche Ursachen im Ohr und in den Hörfasern des Gehirns:

  • Tumore
  • Multiple Sklerose
  • Stress, besonders in Kombination mit Lärm
  • Psychiatrische Krankheiten: Depression und Angsterkrankungen
  •  Lärm
  • Hörsturz, Morbus Meniere
  • Medikamente, insbesondere Schmerzmittel
  • Kiefergelenksbeschwerden
  • HWS- Beschwerden

 

Medikamentöse Behandlung der Hyperakusis
Bei der Hyperakusis wie auch beim Tinnitus lässt sich darüber diskutieren, ab wann und ob überhaupt behandelt werden muss. Reicht schon eine Hyperakusis aus, um mit einer Behandlung zu beginnen oder erst wenn der Betroffene sich beeinträchtigt fühlt?


Grundsätzlich steht die Behandlung der Grundkrankheit im Vordergrund des therapeutischen Bemühens. Da aber viele auslösende Krankheiten nicht mehr rückgängig zu machen sind, bleibt häufig nur eine Behandlung der Symptome übrig.


Wichtig: Es gibt kein „Wundermittel" gegen eine Hyperakusis, es existieren noch nicht einmal eine medikamentöse Behandlungsempfehlungen.


Die Verhaltenstherapie liefert den wichtigsten therapeutischen Beitrag.

 

Verhaltenstherapie bei Hyperakusis
Die kognitive Verhaltenstherapie ist ein erprobte Behandlung. Die Inhalte sind:

  • Hyperakusis- Tagebuch: Welche Reize lösen Wahrnehmung aus?
  • Aufklärung: Welche Geräusche sollen „gesucht" werden?
  • Erstellen einer Angsthierachie von Umweltgeräuschen
  • Zunehmende Konfrontation mit den Geräuschen
  • Ggf. technische Hilfsmittel (Noiser, Hörgeräte)
  • Hör- und Klangtherapie
  • Konfrontation mit den Geräuschen
  • Entspannungstechniken

 

Geräusche suchen bedeutet in erster Linie erst einmal eine Abkehr von der Stille. Das Suchen stellt ein systematisches Suchen nach Geräuschen dar, die nicht oder nur sehr schlecht ertragen werden.Diesen Geräuschen muß sich der Patient zunehmend aussetzen.

 

Durch ein erforderliches Hörgerät und einen Noiser (Rauschgerät) können die Patienten sich langsame an normale Umgebungsgeräusche gewöhnen, ganz im Sinne eines Trainings. Die Lautstärkeregler am Gerät werden manuell immer weiter nach oben reguliert, so dass der Patient irgendwann in der Lage ist, wirklich starke Lautstärken problemlos zu tolerieren.

 

Zum Therapiebeginn sind 70% der Patienten sehr stark von der Hyperakusis betroffen. Wenn die Patienten allerdings konsequent üben, hat sich die Zahl dieses Personenkreises nach sechs Wochen bereits auf 10% reduziert. Und wenn wir dann einen Zeitraum von ungefähr drei bis sechs Monaten anschauen, stellt die Hyperakusis für viele Patienten kein Problem mehr dar.

Kontakt und Terminvereinbarung

Dr. Michael Henneken

Dr. Michael Sassenberg

Lagesche Str. 9-13
32657 Lemgo

 

Telefon: 05261/4960

Fax: 05261/4925

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